Leo, die sprechende Kapelle ...
Leo, die sprechende Kapelle ...

Wenn es einen Gott gäbe ...

Liebe Freunde,

 

wenn es einen Gott gäbe wäre kein unschuldiges Kind krank, gäbe es kein Leid auf der Welt, dürfte es keine Kriege geben und auch Naturkatastrophen würde dieser Gott nicht zulassen. Da das alles aber auf unserer Erde geschieht, glaube ich an keinen Gott! Vermutlich ist alles durch Zufall entstanden.

 

So oder so ähnlich höre ich es immer wieder mit meinen Kapellenohren, die ja besonders fein ausgebildet sind und oft bis tief in das Herz hören können.

 

Dieses Argument ist wohl eines der größten Stolpersteine auf dem Weg zu einem wirklich von Herzen gelebten Christentum. Nicht nur "Ungläubige" kämpfen mit diesem Argument.

 

Der folgende Text möchte eine Antwort geben - wenigsten ein Versuch. Ein kleiner Tipp: Bittet Gott, wenn ihr an ihn glaubt und bitten ihn probeweise, auch wenn ihr noch nicht an ihn glaubt, um die Erkenntnis der Wahrheit. Das ist überhaupt das wichtigste Gebet: In Demut und Liebe um die Erkenntnis der Wahrheit zu bitten - ein Leben lang.

 

Liebe Grüße von Leo,

Eurer sprechenden Kapelle aus Tronetshofen

 

Wenn es einen Gott gäbe ...

 

Eine der häufigsten Antworten, auf unverschuldetes Unglück, Leid, Schmerz und Not ist die Aussage: Wenn es einen Gott gäbe, könnte er das nicht zulassen. Auf diese Aussage folgt meist ein Kopfnicken des Gegenüber, der auf die Frage des Leides auch keine Antwort hat. Verunsichert gehen beide ihren jeweiligen Weg weiter. Es bleibt ein schlechtes und unsicheres Gefühl, manchmal schlichtweg eine Wut.

 

Eine andere Meinung und Erklärung für Leid ist, dass selbst Gott gute und böse Seiten hat. Hier gleichen wir uns an den Glauben des Buddhismus an. Dort finden wir immer das Zusammenspiel von den Gegensätzen, z.B. von guten und bösen Geistweisen. Im Gegensatz dazu das Christentum, das in Gott nur Licht und kein Dunkel sieht.

 

Auch für die Christen ist das Leid wohl die größte Prüfung im Vertrauen zu Gott, der die Liebe ist. Wir sind dem Leid in gewisser Hinsicht hilflos ausgeliefert. Eine Erklärung, eine Begründung oder logische Antwort fällt uns auf den ersten Blick schwer: Kinder verhungern. Unschuldige werden bei Naturkatastrophen getötet. Menschen verletzen, verfolgen und berauben sich gegenseitig. Krankheiten und Behinderungen zerstören Menschenleben. Diese Liste ließe sich unendlich weiterführen. Unzählige Einzelschicksale häufen sich vor uns auf. Milliarden von Menschen leiden nur, weil sie auf dem falschen Fleckchen Erde zur Welt kamen.

 

Es stimmt: Gott wäre kein Gott der Liebe, wenn er Freude am Leid der Menschen hätte. Not und Elend geht im Tiefsten immer auf die Sünde zurück. Kriege beginnen durch menschliches Fehlverhalten, durch Sünde. Die ungleiche Verteilung der Güter entsteht durch Egoismus, durch Sünde. Die Zerstörung der Umwelt entsteht durch unser Tun, durch Sünde. Auch zahlreiche Krankheiten entstehen durch falsches Verhalten der Menschen, durch Sünde. Unser christlicher Glaube sagt uns, dass alles Ungute in der Welt erst durch die Sünde begann. Die Sünde hat die Natur und den Menschen aus seinem Paradies, aus seinem göttlichen Gleichgewicht geworfen. Gleichzeitig dürfen wir persönliche Krankheit oder Not nicht automatisch als persönliche Strafe Gottes sehen. Auch viele andere Menschen sündigen und es geht ihnen gut.

 

Trotzdem könnten wir einwenden, dass Gott ja in seiner Allmacht alles einfach gut machen könnte. Ja, das könnte er. Er hat sich aber selbst in seiner Macht eingeschränkt, weil er uns Menschen den freien Willen gegeben hat, ohne den es keine Liebe gibt. Ja, wir Menschen sind Abbild Gottes. Und Gott ist die Liebe.


Wir können noch mal nachhacken. Es heißt, dass Gott gerecht und barmherzig ist. Wie kann es dann sein, dass die einen Leiden müssen und die anderen gesund und munter dahinleben. Wie kann es sein, dass die einen jung und die anderen erst nach gelebtem Leben sterben. Welche Gerechtigkeit oder Barmherzigkeit soll hinter einer Hungerkatastrophe in einem Land und einer Superernte in einem anderen Land liegen?

 

Die folgenden Zeilen werden vermutlich zahlreiche Leser im ersten Moment nicht akzeptieren können. Ich werde sie trotzdem schreiben, da ich darin eine wirkliche Antwort erkenne. Wir sollten das Ganze im Auge behalten: Das Leben hier auf der Erde und das ewige Leben. Gott, der die Liebe ist, existiert von Ewigkeit her. Der eigentliche Zweck unseres Lebens ist das ewige Paradies bei Gott. Unser Weg in dieser Welt ist ein Weg der Entscheidung. Nachdem die Sünde von uns Menschen Besitz ergriffen hat, ist es unser Ziel, diese Sünde abzustreifen, indem wir uns auf dieser Erde in völliger Freiheit für den Schöpfer von Himmel und Erde entscheiden. Nicht die Länge unseres Lebens und die Anzahl der Vergnügungen wird entscheidend sein. Entscheidend wird sein, dass wir unser persönliches „ich glaube“, „ich hoffe“ und „ich liebe“ gesprochen haben. Diese Entscheidung wird ewigen Wert besitzen. Pater Werenfried van Straaten, der Gründer des weltweiten Hilfswerkes, KIRCHE IN NOT hat es einmal sinngemäß so ausgedrückt:

 

„Wir im wohlhabenden Westen haben einen anderen Weg zum Himmel als Menschen in Not, Verfolgung und Elend.“

 

Es könnte sein, dass wir uns nach dem Tod wünschten, nicht im wohlhabenden Westen gelebt zu haben. Womöglich werden wir einmal erkennen, dass wir lieber aufgrund von Armut oder Leid Gott näher gewesen wären, als durch Reichtum und Besitz auf Gott vergessen zu haben.

 

"Es gibt keine andere Brücke in den Himmel als das Kreuz."  (altes Sprichwort)

 

Ob Menschen, die Schweres zu Tragen haben, leichter zu Gott finden ist natürlich eine fragwürdige Aussage. Grundsätzlich sollten uns Gesundheit, Glück und Reichtum näher zu Gott führen. Mit der Erkenntnis ausgestattet, dass im letzten alles aus der Schöpfung Gottes seine Abstammung hat, sollten wir Gott loben und preisen. Mit Freude sollten wir mit anderen Menschen teilen und ein Vorbild an Glaube, Hoffnung und Liebe sein. In der Realität finden wir jedoch z.B. in Gebetskreisen oft Menschen, die die Sorge wieder in die Arme Gottes treibt. Manchmal lässt Gott womöglich ein Leid zu, um uns auf seinen Weg zu führen. Gott liebt uns und er wird nicht zulassen, dass wir über unsere Kraft geprüft werden. Er wird uns auch helfen, Verständnis für seinen Weg zu finden. Wir dürfen hier der Liebe und Gerechtigkeit Gottes vertrauen.

 

Was nützt es uns alt und gesund zu sterben, wenn wir in einem Zustand der Ablehnung gegenüber Gott stehen? Kann es nicht sogar ein Geschenk sein, in einem Moment der Gottesnähe – auch, wenn er uns als zu früh erscheint – von Gott abberufen zu werden?!

 

Ein weiterer Wert des Leidens ist die Verbindung unseres Schmerzes mit den Schmerzen Jesu. Manchmal wird vielleicht die Krankheit zugelassen, damit wir teilhaben am Leiden Christi und es für die Welt und deren Rettung aufopfern können. Jesus Christus hat uns durch sein Leiden und Sterben erlöst. Er hat uns den Weg in den Himmel geöffnet. Der Apostel Paulus hat uns dazu in seinem Brief an die Kolosser einen Hinweis gegeben:

 

Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. (Kol 1,24)

 

Der Text in seinem gesamten Verständnis sagt nicht, dass die Leiden Christi für die Erlösung aller nicht gereicht hätten, sondern es geht darum, dass wir unser Leiden mit den Leiden Jesu verbinden können und somit einen stellvertretenden Dienst für die Kirche und somit für alle Glieder der Kirche tun können. Zahlreiche Heilige haben ihr Kreuz aus diesem Grund mit Freude und Liebe getragen – ohne zu verbittern oder zu klagen. Kein Leid dieser Welt, wenn es mit dem Kreuz Christi verbunden ist, wird umsonst sein, sondern Frucht bringen. Deshalb rät die Kirche, dass wir jeden Morgen die so genannte „Gute Meinung“ machen sollten, indem wir Jesus alle unsere Entbehrungen, Leiden und sonstige Unannehmlichkeiten aufopfern.

 

"Je mehr ein Kreuz von Gott kommt, umso mehr müssen wir es lieben." (Franz von Sales)

 

In der Regel sind unsere Leiden die alltäglichen Dinge und Unpässlichkeiten unseres Lebens. Diese in Liebe und ohne Murren anzunehmen, als unsere Opfergabe vor Gott hinzulegen und mit einem Lächeln in den Tag zu gehen, darf unser Ziel sein.

 

Im Hinblick auf meine eigene Krankheit ist mir bewusst, dass ich im Ernstfall auf Gottes Hilfe angewiesen bin. Ich bitte Gott zuerst um Heilung. Die zweite Bitte ist um Kraft und Freude auch in schwieriger Zeit. Ich bitte Gott, dass ich nicht in eine Verzweiflung falle, dass ich mich in dieser Prüfung nicht von ihm abwende. Bei allem Vertrauen weiß ich um meine Schwäche im Ernstfall. Ich weiß aber auch um die Güte Gottes und das begleitende Gebet zahlreicher Freunde, sowie der großen Kirche Christi. Gott möge allen Kranken seine Nähe schenken.

 

Unser Schatz: Gott ist von Ewigkeit her die Liebe. Mit unserer Geburt beginnt auch für uns diese Ewigkeit. Die nur wenige „Augenblicke“ dauernde Erdenzeit gibt er, damit wir uns für diese Liebe entscheiden. Jede Sünde entfernt uns von dieser schönen reinen Liebe. Deshalb versuchen wir, alles Böse zu meiden. Selbst Not, Krankheit und Tod sind nur vorübergehend. Wenn wir es Gott für andere schenken, ist kein Leiden umsonst. Wir alle sind ja in Christus eine füreinander verantwortliche Familie. Unser aller Ziel darf sein, mit Gott in Ewigkeit diese Liebe zu leben.

 

aus "Der Wahrheit Raum geben" von der fe-verlags gmbH, Kisslegg

Moment mal ...

...wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, hat schon verloren.

             Antoine de Saint-Exupéry

Tagesevangelium

Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

(16. Dezember 2018)

 

„Ich frage euch etwas: lest ihr jeden Tag einen Abschnitt aus dem Evangelium? Ja, nein …
Das ist nicht schwer."

Papst Franziskus 

Monatsbrief

Liebe Freunde,

ich wünsche Euch einen Advent, der Eure Herzen froh macht. Ich wünsche Euch besinnliche Stunden, in denen Ihr bis an den Grund Eurer Seele vordringt. Ich wünsche Euch gesellige Abende, in denen Ihr jemanden für ein gemeinsames Spiel findet. Ich wünsche Euch Gedanken, die Euch Freude bringen. Ich wünsche Euch Begegnungen, die in ein gutes Gespräch führen. Ich wünsche Euch eine Liebe, die alles Böse aus Euren Herzen vertreibt. Ich wünsche Euch eine Zeit des Friedens und der Umkehr. Ich wünsche Euch einen Advent voll Hoffnung - gegen alle Hoffnungslosigkeit - weil JESUS CHRISTUS die Türe zum Himmel auch für DICH geöffnet hat ...

... Euer Leo, die sprechende Kapelle aus Tronetshofen

(1. Dezember 2018)

Unser Papst

Mit fast neidischen Blicken schaue ich einfache Dorfkapelle nach Rom zu meiner Kapellenschwester "Santa Marta". Fast täglich (außer Juli, August, Papstreisen usw.) predigt hier  Papst Franziskus. Und was er da alles sagt ... das könnt Ihr auf folgendem Link von kath.net täglich neu erfahren: mehr

Clemens Pickel Bischof, Saratow

Fast täglich schreibt Bischof Pickel einige Zeilen an Freunde und Interessierte über den Alltag in seiner Diözese in Russland. Ein wunderbarer Bischof, Priester, Mensch und Erzähler ...   zum Blog

 

Leben lohnt sich!

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